Ausblick

Ist irgendwie doof, wenn man nix zu schreiben hat, aber was schreiben will. Seit einigen Wochen geistert diese Idee in meinem Kopf ´rum. So´n Ausblick auf das, was künftig hier mit dem Blog und der Seite passiert, zu schreiben. Am Jahresende passt so was ja ganz gut. Ist nur so, dass ich das immer noch nicht weiß, was hier passieren wird. Meine blaue Zauberkugel ist nämlich gerade kaputt.

 

Aber vielleicht mal der Reihe nach - muss ja keiner lesen, der da keine Lust drauf hat. Kann denn aber auch keiner sagen, er wär´ nicht gewarnt worden, wenn er´s denn doch liest und am Ende keinen Erkenntnisgewinn hat...

 

So im Spätsommer war mir das hier alles zu viel. Hat primär private Gründe. Gibt an ganz vielen Stellen Erwartungen und Aufgaben, die zu erfüllen sind und irgendwann türmen die sich denn zu einem (gefühlt) riesigen Berg auf, den man nicht mehr weg bekommt. Da isses denn vielleicht gar nicht so verkehrt, mal die Bremse ´reinzuhauen. Also zumindest an Stellen oder bei Projekten, wo so was geht. Hier der Blog war/ ist  so ein Projekt. Habt ihr ja wahrscheinlich selbst gemerkt. Hab auch länger darüber nachgedacht, die Seite komplett zu löschen, aber die Arbeit, die hier drinsteckt, hielt mich denn doch davon ab. Zum Glück.

 

Im letzten Urlaub hab ich fast gar nicht fotografiert und so irgendwann Mitte September hatte ich meine Kamera das letzte Mal in der Hand. Ging nicht anders, da saß so´n hübscher Windenschwärmer im Garten. Der da oben. Weiß nicht mal den genauen Tag, da die Kamera nach der Reparatur ein falsches Datum hatte und ich das erst viel später beim Bearbeiten der Bilder merkte. Waren die letzten Bilder, die ich seither gemacht habe. Den ganzen Herbst mit Schwarzwaldbächen und buntem Laub und Pilzen und Rheinaue im Nebel und was weiß ich noch alles hab ich komplett ignoriert. Hat mich nicht mal gestört. Gab aber auch genug zu tun. So richtig Entzugserscheinungen hab ich aber bislang gar nicht. Andererseits aber nun auch keine Abneigung, da wieder mit anzufangen, mit der Fotografie. Wobei ich nicht mal weiß, ob ich überhaupt aufgehört habe. Ist halt nur nicht so ganz klar, in welcher Ausprägung das ganze denn künftig stattfinden wird. Nicht mehr so exzessiv wohl. Und nicht mehr in jeder freien Minute, wie bisher. Wird sich wohl eher in Richtung Urlaub verschieben und ein Problem bleibt denn weiter bestehen: Die Bildbearbeitung. So gern ich bislang fotografierte, so ungern saß ich vor Massen von Bilddateien und hab die sortiert und bearbeitet und gelöscht. Ist einer dieser Berge, von denen da am Anfang die Rede war. Bin noch nicht mal ansatzweise mit den 2016´er Bildern durch und da fehlt mir ganz oft die Lust, mich überhaupt dranzusetzen. Muss ich wohl disziplinierter werden und deutlich weniger fotografieren. Kann nur sein, dass genau da das/mein Problem liegt...

 

Und zwischenzeitlich kam noch etwas dazu: Hab die letzte Zeit ganz oft einfach Bilder angeschaut, in Foren hauptsächlich und bei 500px. Weil ich an sich gern über den Tellerrand schaue und auch, weil ich gute Bilder einfach gerne sehe. Und auch, weil man sich damit prima von der eigentlichen Arbeit ablenken kann. Und auch ein paar meiner Aufnahmen habe ich gezeigt, sind ja genügend da.

Aber meine an sich schon immer vorhandene Abneigung gegen das verbreitete Buddytum hat sich mittlerweile in eine regelrechte Abscheu verwandelt. Ich krieg schon bei dem Gedanken daran, dass bestenfalls mittelmäßige Bilder durch geschickte "Vermarktung" begnadeter Selbstdarsteller und Marktschreier noch oben gepuscht werden, massiv schlechte Laune. Und schlechte Laune passt zu einem Hobby nun mal nicht. Werde ich also, so gern ich auch mal die Bestätigung bekomme, dass meine Aufnahmen gelungen sind, in diesem Punkt ebenfalls deutlichst kürzer treten müssen. Weil´s tatsächlich bild- und qualitätsbezogene Bestätigung kaum noch irgendwo gibt, weil sich der Rest der Welt nicht ändern wird und weil ich das überwiegend auf den eigenen Vorteil bedachte Geschleime und die allgegenwärtige Doppelzüngigkeit lediglich in homöopathischen Dosen zu ertragen geneigt bin.

 

Aber zurück zum Ausblick, damit wenigstens der Blogtitel einen Sinn bekommt und hier nicht nur Gejammer steht - Helgoland ist geplant und falls ich die Fährüberfahrt überlebe und mir nicht den Magen komplett nach außen stülpe (hab da einschlägige Erfahrungen und seit diesem Sommer kann ich die Nordsee überhaupt nicht mehr leiden) werde ich auch mal wieder zwei oder drei Robben fotografieren. Oder vier. Wann ich die Bilder denn zeige, lasse ich mal bewusst offen, das wird absehbar nämlich ein ziemlich unschöner Berg werden - siehe oben. Trotz aller Einsicht in das Erfordernis der Selbstbeschränkung.

 

Auch nach Gotland möchte ich. Falls da das Wetter mitspielt könnte ich mal wieder etwas Landschaft fotografieren. Kommt ja irgendwie immer zu kurz bei den ganzen Viechern. Hätte den Vorteil, dass die Bilderzahl nicht gar so groß wäre und den Nachteil, dass ich das nicht wirklich beherrsche. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und mißratene Bilder muss man nicht bearbeiten.

 

Und an sich hat mir das dieses Jahr in den Alpen wieder ziemlich gut gefallen, so zum Laufen und Kopf-frei-bekommen. Und auch der Falter wegen. Gibt ja woanders kaum noch welche. Hier ein herzlicher Dank an chemische Industrie, Politik und Landwirtschaft, die mir tatkräftig helfen, mein "zu-viele-Bilder-Problem" in den Griff zu bekommen.

 

Na mal sehen. Ich denke, hier geht es schon weiter. Nur deutlich sporadischer als zu Beginn eben.

 

Euch allen schöne Weihnachten usw. - ganz ohne Geschleime.

Marcus