Le Grand paon de la nuit

Der krönende Abschluss meiner Urlaubswoche: Am vorletzten Morgen fragte mich der Campingplatzbetreiber (Merci, Samuel!), ob ich die großen Schmetterlinge vorn neben den Lampen gesehen hätte. Hatte ich nicht. Ich war morgens an ihnen vorbeigeradelt, weil ich auf den Hügel wollte, um eine (nicht mehr vorhandene) Empusa zu fotografieren. Danach wieder runter und auf die Ausweichwiese, wo ein paar Scheckenfalter sehr dekorativ in den Margeriten saßen. Und denn, als ich auf dem Campingplatz gerade frühstücken wollte, hat er sie mir gezeigt, die großen Schmetterlinge. Boah. Hat er nicht übertrieben. Ging gar nicht größer. Zumindest nicht in Europa. Drei Stück saßen da im Gras und an der Lampe, die sie wohl in der Nacht angeflogen hatten. Alles Männchen eines sehr wunderbaren Falters, den ich bisher nur von Bildern und aus der Literatur kannte: Das Wiener Nachtpfauenauge. Ab zurück zum Zelt, den Fotorucksack und das Stativ geschnappt und los gings. Im Gras war das mal nix, also hab ich die mit einigem Respekt an den umliegenden Baumstämmen platziert, weil ich auch nicht wollte, dass da jemand drauftritt. Der größte und unversehrteste flatterte sich kurz warm und verdrückte sich gleich in die Krone eines Kirschbaumes. Mist. Aber sah gut aus, so im Flug - fast wie ´ne Amsel. Die anderen beiden blieben zum Glück sitzen, hatten aber mit dem inzwischen schon wieder deutlich zunehmenden Wind ganz ordentlich zu tun. Ist halt nichts, mit so großen Flügeln. Da hab ich denn eine Weile dran herumfotografiert. Und auch am Abend bei schönerem Licht noch einmal. War schon ein Erlebnis. Die Smaragdeidechse, die direkt neben der Lampe unter dem Stromverteiler wohnte, hab ich denn bei der Gelegenheit auch gleich noch fotografiert. Muss man eigentlich gar nicht weg vom Platz, wenn alles direkt dorthin geliefert wird ;-).